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Bei Notfällen in Waldgebieten standen die Rettungskräfte meist vor einem großen Problem. Trotz einer mehr oder weniger guten Standortbeschreibung war es sehr schwer eine Notfallstelle in Waldgebieten zu finden. Um jedoch wirkungsvolle Hilfe leisten zu können ist es notwendig eine verletzte Person oder einen Waldbrand so schnell wie möglich zu finden. Betroffen von dieser sehr ungünstigen Ausgangssituation waren vor allem Waldarbeiter. Diese sind durch ihr Berufsbild einer erhöhten Unfallgefahr ausgesetzt. Um zu gewährleisten, dass einem verletzten Waldarbeiter schnelle und professionelle Hilfe geleistet werde kann, entschloss sich das Land Rheinland Pfalz die so genannte "Rettungskarte Forst" zu entwickeln. Daraus entwickelte sich in kürzester Zeit die "Rettungskarte Rheinland-Pfalz".
Wie funktioniert dieses System? Im gesamten Landesgebiet von Rheinland-Pfalz wurden in den Waldgebieten so genannte Rettungspunkte mit Hinweisschildern (links im Bild) markiert und in einer Karte erfasst. In einer Notsituation sollten der Rettungsleitstelle die letzten drei Ziffern des zuletzt wahrgenommenen Rettungspunktes durchgegeben werden. Die ersten vier Ziffern geben lediglich die Kartennummer an. Ohne die letzten drei Ziffern sind diese nahezu wertlos. Die Kombination der letzten drei Ziffern mit einer groben Ortsangabe (z.B. zwischen Ort A und Ort B) oder die Angabe aller sieben Ziffern erlaubt die genaue Bestimmung des Standortes des Rettungspunktes.
Mit Hilfe spezieller Karten, die allen Hilfsorganisationen zugänglich sind, kann der Rettungspunkt angefahren werden. In diesen Karten sind sowohl alle Rettungspunkte, wie auch alle befahrbaren Straßen/Waldwege eingetragen. Einer der Vorteile dieses Systems ist, dass die Waldwege farblich gekennzeichnet sind. Die einzelnen Farben unterscheiden die Befahrbarkeit der Wege in Abhängigkeit der Jahreszeit, bzw. Witterung. Die Kombination all dieser Angaben erlaubt ein rasches Auffinden der Einsatzstelle.
Worauf sollte ich als Waldbesucher achten? Nicht nur Waldarbeiter, sondern auch Waldbesucher (Wanderer/Spaziergänger) können im Wald in Notlagen oder gesundheitliche Schwierigkeiten gelangen. Um in dieser Situation den aktuellen Standort angeben zu können, sollten sich Waldbesucher stets die Ziffern der in regelmäßigen Abständen am Wegrand stehenden Rettungspunkte einprägen. Dies ermöglicht den zu Hilfe gerufenen Rettungskräften schnell am Einsatzort einzutreffen und Hilfe zu leisten.
praktisches Beispiel Die Existenz des oben eingeblendeten Rettungspunkt "6007-624" bewahrte einen Bauarbeiter im Jahr 2004 vor Schlimmerem. Er und sein Kollege befanden sich zu Sanierungsarbeiten an einem Wasserspeicher in einem Waldgebiet in der Nähe von Wittlich. In einem unachtsamen Moment fiel der Arbeiter vom Gerüst ca. 3 Meter in die Tiefe. Dabei zog er sich schwere Verletzungen zu. Sein Kollege alarmierte per Handy den Rettungsdienst und die Feuerwehr. Dabei gab er die Nummer des Rettungspunktes an. Dieser war zufälliger Weise an einem Zaun in unmittelbarer Nachbarschaft des Wasserspeichers angebracht. Da sich in dem angesprochenen Waldgebiet mehrere Wasserspeicher befinden, wäre eine Lokalisierung des Unfallortes ohne den Rettungspunkt nur mit erheblicher Zeitverzögerung möglich gewesen. |